Konferenz für Kreislaufwirtschaft und Ressourcenschonung
09. Oktober, Palais Eschenbach, Wien
Wie weit sind wir nach zehn Jahren Sustainable Development Goals (SDGs) wirklich gekommen? Diese Frage stand im Zentrum der „Close the Circle“-Konferenz in Wien. Im historischen Palais Eschenbach diskutierten Expert:innen aus Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Politik über Fortschritte, Rückschritte und die entscheidende Rolle unseres Konsumverhaltens.
Podiumsgäste
Mit auf dem Podium waren:
- Dr. Gabriela-Maria Straka (respACT)
- Markus Zeilinger (Sinnova)
- Volker Plass (Verein Arche Noah)
- Thomas Müller (Verein Klimarat)
- Eva Dvorak (BMLUK)
Städte im Wandel – ein Grund zur Hoffnung
Thomas Müller hob hervor, dass sich in vielen Städten durchaus positive Entwicklungen zeigen:
- Mehr Grünflächen und Stadtbäume
- Ausbau von Radwegen und öffentlichem Verkehr
- Neue Straßenbahn- und U-Bahn-Linien
- Verkehrsberuhigte Zonen statt „Rennstrecken“
Diese sichtbaren Veränderungen beweisen: Transformation ist möglich.
Konsum – die große Baustelle
Während in der Stadtplanung Fortschritte sichtbar sind, war der Tenor beim Thema Konsum deutlich ernüchternder. Müller nannte alarmierende Beispiele:
- Plastikmüll hat sich in 20 Jahren verdoppelt
- Flugkilometer pro Person ebenfalls
- SUVs machen heute 40 % aller Neuzulassungen aus
- Wegwerf-Vapes und Billigartikel boomen
„Hier entfernen wir uns mit Riesenschritten von den SDGs – statt ihnen näherzukommen.“
Politik, Wirtschaft – und wir
Thomas kritisierte, dass die Politik sich scheue, klare Grenzen zu setzen. Unternehmen hingegen produzieren, was profitabel und legal ist – ob Vapes, Fast Fashion oder Plastikartikel.
Doch er erinnerte an eine oft unterschätzte Kraft: uns.
Unser Alltag hat Macht
„Wir entscheiden jeden Tag – am Supermarktkassenband, online beim Bestellen, bei Reisen oder beim Autokauf. Was wir nicht kaufen, verschwindet vom Markt.“
Nach zehn Jahren SDGs ist eines klar:
Veränderung beginnt nicht nur in Strategiepapiere – sie beginnt im Einkaufswagen. Was wir nicht kaufen gibt es nicht mehr. Wir haben die Power, nutzen wir sie!



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